Bilder und Berichte 2022


Dr. Jörn Klasen von den NDR-Ernährungsdocs

Beisitzerin Iris Hand übernahm die Kontaktaufnahme, die gar nicht so einfach war. So sollte sie doch erstmal ihre Beschwerden (die sie ja gar nicht hatte) beschreiben, um zu Dr. Klasen durchzudringen. Im Jubiläumsjahr kamen sie terminlich nicht zusammen, aber jetzt endlich hat es geklappt und die erste Vorsitzende Kirsten Dietzow konnte Dr. Jörn Klasen in einem bis zum letzten Platz mit Vereinsmitgliedern und auch vielen Gästen besetzten Saal im Hotel Goos in Jübek zu seinem Vortrag „Runter mit dem Bluthochdruck“ begrüßen.

Der Hauptgrund für einen zu hohen Blutdruck, liegt eindeutig an unserem Lebensstil. Nur 5-10% der Fälle haben andere Ursachen.  Dr. Klasen beschreibt ausführlich die Ursachen und die Folgen von länger bestehendem Bluthochdruck. „Jeder ist für sich selbst verantwortlich und kennt sich selbst am besten“, sagt der Ernährungsdoc. Wer etwas für seine Gesundheit tun möchte, muss seinen Lebensstil ändern.  Eine Ernährung mit wenig Fleisch, Fisch, Weizen, Zucker und vor allem Salz, dafür aber mit viel Obst und Gemüse sind gesundheitsfördernd. Auch der Umgang mit Stress ist wichtig. Entspannung, Achtsamkeit, Meditation, eine künstlerische Betätigung und natürlich ausreichend Bewegung fördern ein gesundes Leben. Dr. Klasen betont, dass man einen optimalen Rhythmus für sein Leben finden muss und Ehrfurcht vor dem Essen haben sollte. Wer wirklich seine Gewohnheiten ändern möchte, sollte ein Ernährungstagebuch führen, nur für sich. Dieses macht einem, lt. Dr. Klasen, am besten klar, wo die eigenen Fehler liegen.

Die zweite Vorsitzende Kirsten Nissen dankte Dr. Jörn Klasen für seinen ausführlichen, fast zweistündigen Vortrag.

 

Monika Görrissen


Flensburger Frauenhaus

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Das Flensburger Frauenhaus wurde schon im Jahr 1977 gegründet und gehört damit zu den Ältesten in Deutschland. Wie wichtig diese Häuser sind, kann man sich denken, wenn man hört, dass statistisch gesehen, jede dritte Frau in Deutschland von häuslicher Gewalt betroffen ist. Und hier geht es nicht nur um Schläge, sondern auch um psychische Gewalt. Die Betroffenen sind in allen Gesellschaftsschichten zu finden, in der Stadt und genauso auch auf dem Land. Mit den Frauen kommen auch ihre Kinder ins Frauenhaus. Diese zu betreuen ist genauso wichtig, da sie meistens alles mitbekommen haben und stark traumatisiert sind. Frau Jepsen-Thomsen bedauert hier, dass die Kinderrechte noch immer nicht im Grundgesetz verankert sind und die Bürokratie ihre Arbeit zusätzlich erschwert. Die Väterrechte werden immer mehr gestärkt, was im Normalfall ja auch richtig ist, aber bei häuslicher Gewalt eine Gefahr für die Kinder darstellt. Finanziert wird das Frauenhaus, das in Flensburg in einer Stadtvilla untergebracht ist, vom Land. Jedoch werden nur die Miete und die Personalgelder übernommen. Renovierungen, Einrichtungsgegenstände oder sonstige Extras werden ausschließlich über Spendengelder finanziert. Leider sind die Plätze im Flensburger Frauenhaus immer ausgebucht und es müssen viele Frauen abgewiesen, bzw. an andere Häuser verwiesen werden. Deshalb ist es wichtig, dass jetzt auch in Husum und Schleswig Frauenhäuser eröffnet werden sollen. Auf die Frage, wie die Mitarbeiter mit der Belastung umgehen, antwortet Frau Pikowski, dass es einige Mitarbeiterinnen gibt, die die Arbeit im Frauenhaus nach wenigen Monaten schon wieder aufgeben, da sie mit der Belastung nicht umgehen können. Aber die die weitermachen, werden von den Erfolgsgeschichten wieder aufgebaut. Es macht Freude zu sehen, wenn Frauen ihr Selbstwertgefühl wieder soweit aufgebaut haben, dass sie in eine eigene Wohnung entlassen werden können.

Gerne hat unser LandFrauenVerein als Dank für die Informationen eine Spende an Frau Jepsen-Thomsen und Frau Pikowski überreicht. Wer auch helfen möchte, kann eine Spende an den „Förderverein Hilfe für Frauen in Not e.V.“ IBAN: DE10 2175 0000 0017 1542 00 richten.

 

Monika Görrissen


Von Bredstedt zum Nordkap - mit dem Rad

Eigentlich wollte Lena Nickels ein Freiwilliges Soziales Jahr auf Tonga machen und Anne wollte ein Studium anfangen. Doch Corona machte beide Pläne zunichte und eine neue Idee musste her. Schon in ihrer Kindheit waren die Schwestern mit ihrer Familie viel mit dem Fahrrad unterwegs. So reifte die Idee mit dem Rad zum Nordkap zu fahren. Im Juli 2020 fuhren sie, damals 18 und 20 Jahre alt, zunächst mit der Fähre von Kiel nach Klaipeda. Denn über das Baltikum sollte die Route führen. Doch die erste Hürde war schon da, bevor sie auf die Fähre kamen. Anne bemerkte, dass sie ihren Personalausweis vergessen hatte. Also fuhr der Vater schnell mit ihr zur Polizei, um ein Ersatzdokument zu besorgen. In Litauen angekommen, stellte sich heraus, dass es ein Fehler war, das Reifenflicken nicht zu üben. Denn Lena´s unplattbarer Reifen war schon am ersten Tag kaputt. Incl. Ersatzteilbeschaffung gingen für die Reparatur zwei ganze Tage drauf. Doch dann konnte es endlich losgehen. Die geplante Strecke an der Ostsee entlang, stellte sich als zu sandig heraus, so wurde lieber eine Route weiter Landeinwärts gewählt. Auf Straßen fuhren Lena und Anne jedoch trotzdem nicht, es waren alles Schotterpisten. In Litauen und Lettland waren viel Landschaft und verfallene Häuser zu sehen, doch es fanden sich immer Geschäfte, um Lebensmittel zu kaufen. Sie hatten sich vorgenommen, nur 10 € am Tag auszugeben. Deshalb wurden auf der Reise viel Haferflocken und Nudeln gegessen. Aber nach den anstrengenden Tagen, hatten sie Hunger und alles schmeckte gut. In Riga gönnten sie sich ein Hostel und die Eltern luden sie zum Pizzaessen ein. Der pure Luxus. Sonst wurde gezeltet, wo gerade ein nettes Plätzchen zu finden war. Das Jedermannsrecht machte es möglich. Unter anderem auch mal in einem Blaubeerfeld. Dieses änderte dann auch kurz den Speiseplan. Auf die Frage, wie viele Kilometer am Tag zurückgelegt wurden, erklärten Lena und Anne, dass es sehr unterschiedlich war. Entscheidend waren Regen, Hitze, eine gute Badestelle oder auch ein platter Reifen. So lagen die Tagesstrecken zwischen 30 und 90 Kilometern. Die Fahrt durch Estland wurde etwas einfacher, da die Straßen dort sehr gut waren. Weiter ging es mit der Fähre nach Helsinki, wo sie eine knappe Woche verbrachten. Während im Baltikum eine Verständigung meist nur über Gesten möglich war, konnten in Finnland und Norwegen viele Gespräche mit Einheimischen und anderen Reisenden geführt werden, da dort alle englisch sprechen konnten. Nach der langen Zweisamkeit eine willkommene Abwechslung. Viele Einkehrmöglichkeiten hatten sie wegen Corona leider nicht. Aber es gab schöne Erlebnisse auf ihrer Reise, z. B. als eine Frau sie einlud, in ihrem Haus ihre Handys aufzuladen und ihnen dabei einen Apfelkuchen servierte. 

Im Sommer gestartet, stellte sich doch irgendwann der Herbst ein. Lena und Anne freuten sich an einer bunt gefärbten Landschaft. Doch es wurde immer anstrengender, da es viel Bergauf ging. Aber dann auch wieder mit Karacho die Berge hinunter. Die Strecken wurden immer länger. Nach viel Regen erreichten sie im Sonnenschein das Nordpolarmeer. Es wurde immer einsamer, doch endlich kam ein Schild „nur noch 30 km zum Nordkap“, nur noch? Denn die letzte Etappe sollte die schlimmste sein. 4 km durch den Nordkaptunnel bei 9% Steigung und keiner Pausenmöglichkeit. Ein Motoradfahrer warnte die Schwestern: “Der Nordkap lohne sich nicht, sie sollten sich das nicht antun“. Aber die Reaktion von Lena und Anne war nicht die Aufgabe, sondern der Gedanke: „Jetzt erst recht!“ Und natürlich schafften sie es und gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Zurück nach Deutschland ging es dann mit dem Flugzeug. Insgesamt waren Anne und Lena Nickels 69 Tage mit dem Rad unterwegs und haben 3.400 km zurückgelegt. Zwischendurch kamen auch Durchhänger und bei besonderer Anstrengung oder längerem schlechten Wetter der Gedanke an eine Aufgabe. Aber je länger sie unterwegs waren, wurden sie mental und muskulös auch immer stärker. Bei 1.000, 2.000 und 3.000 km wurde immer eine Pause eingelegt, egal wo sie gerade waren und ein Foto gemacht. Mit viel Freude am Erzählen haben uns Anne und Lena mit ihrem Vortrag an ihren Erlebnissen teilhaben lassen.

Monika Görrissen


 

 

Vereins - Bosseln

am 12. März in Treia/Ipland

Wir waren dabei!